Im Herbst einfach traumhaft – Küste und Hinterland der Emilia-Romagna
Das letzte Mal in er Emilia Romagna war ich mit meinem Adria Twin Wohnmobil und dem Bike in Porto Garibaldi und hab die Lagi di Comacchio erkundet. Und auch mein jährlicher Ausflug zum Moto GP von Misano führt mich in diese schöne Region. Das ist einfach eine traumhafte, abwechslungsreiche Gegend. Daher musste ich unbedingt die Herbst Ausfahrt mit dem Wohnmobil in die Emilia Romagna machen. Letzte Tour vor der Winterpause.
Pittoreskes, lebendiges Cesenatico
Dieses Mal war Cesenatico mein Ziel. Den Ort kannte ich nur vom Hören-Sagen. Aus den guten 80ern, als die ganze Adriaküste nur so gewimmelt hat. Vielleicht ist das ja im Sommer immer noch so. Allerdings wenn man sich die vielen leer stehenden Hotelgebäude (in Top-Lage direkt am Strand!) hier in Cesenatico anschaut, dann sieht das doch eher so aus, als ob es um einiges ruhiger geworden ist.
Da es ja schon auf Ende Oktober zugeht, sind die meisten Campingplätze bereits zu. Im ADAC Campingführer fand ich dann das Camping Village Cesenatico, das ganzjährig geöffnet ist. Bei meiner Anreise werde ich sehr nett empfangen. Und ich darf mir auf dem, von Dauercampern geprägten Platz (im August wahrscheinlich ganz schön wild), meinen Stellplatz selbst aussuchen. Direkt an der Strandseite finde ich ein hübsches Areal mit alten Pinienbäumen, auf dem ich ganz alleine mit dem Ducato einziehe.
Viele Bike-Touren zur Auswahl
Auf meine Frage nach einer Bike-Karte gibt mir der freundliche Rezeptionist eine tolle Tourensammlung mit insgesamt 21 Einzelkarten. Auf denen ist jeweils eine Strecke mit Karte, Höhenmetern und Kurzbeschreibung zu finden. Echt praktisch und super gemacht. Mit einem breiten Grinsen und recht stolz zeigte er mit die Nove Colli (Neun Hügel) Tour. Das ist im Sommer eine sehr bekannte Radrenn-Strecke, die man ambitioniert abfahren könnte. Könnte! Meine Antwort kommt sehr spontan – no, no, no. 205 Kilometer und 3020 Höhenmeter sind nicht wirklich was für mich und meinen Cross-Esel.
Nachdem alles ausgepackt und angestöpselt ist, schwing ich mich gleich aufs Rad und radeln nach Cesenatico Centro. Was für eine Überraschung. So ein hübsches Städtchen. Malerisch mit vielen Booten, kleinen sehr hübsch eingerichteten Restaurants, Cafes und Eisdielen. Gar nicht der übliche Touristenkitsch. Ist an warmen Sommerabenden bestimmt traumhaft schön, hier am Canale zu sitzen und frisch gegrillten Fisch zu schlemmen.
Mit dem Bike von Cesenatico nach Bertinoro
Am nächsten Morgen verzieht sich der herbstliche Hochnebel recht schnell und ich breche gegen 10:30 Uhr zu meiner Tour (Nr. 2 in der Sammlung) auf. Die ersten 30 Kilometer gehen recht eintönig auf Nebenstraßen ins Hinterland. Wenn die ganzen Felder noch grün sind ist das vielleicht auch schöner anzusehen. Aber dann kommt hinter Santa Maria Nuova der Anstieg nach Bertinoro. Zwei heftige, aber nicht allzu lange Abschnitte mit 12% Steigung. Kurz vor Bertinoro liegt rechter Hand ein wunderschöner alter Prachtbau, die Villa Norina. Hier kann man Wein der umliegenden Weinberge kaufen.
Bertinoro ist ein hübsches kleines Bergdorf, das sich vom Marktplatz aus noch weiter den Hügel hinauf schlängelt. Ganz oben angelangt wird man mit einem wunderschönen Ausblick bis zum Meer belohnt. Wer rauf schwitzt, der kann auch runterdüsen. Mitten durch Weinberge führt das kurvige Sträßchen nach Cesena. Fast 100.000 Einwohner hat diese zweitgrößte Stadt der Region. Fühlt sich gar nicht so an. Schöne, alte Gebäude schmücken die verkehrsberuhigte Innenstadt.
Nach einer Kaffepause radel ich Richtung Fußball-Stadion, wo sich gerade die Forza Cesena zum Spiel in der dritten italienischen Liga bereit macht. Beim zweiten Kreisverkehr danach halte mich rechts und lande so auf einer gemütlichen Nebenstraße. Diese mündet dann bald in die Landstraße 304, der ich bis zurück nach Cesenatico folge. Was für eine schöne Tour mit rund 56 Kilometern auf dem Tacho.



